Universität Mannheim / PhilFak / Medien- und Kommunikationswissenschaft / DFG-Projekt: Mediatisierte Gespräche. Alltagskommunikation heute




Prof. Dr. Angela Keppler

Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft

DFG-Projekt:
MEDIATISIERTE GESPRÄCHE. ALLTAGSKOMMUNIKATION HEUTE.

 

  • Ziel des Projekts

    Erstmals wird die Nutzung des Smartphones vor dem Hintergrund untersucht, ob und wie sich unser alltägliches Gespräch mit Einzug von Smartphones & Co verändert hat. Dabei wird gerade nicht davon ausgegangen, dass die zunehmende Verwendung portabler Medienendgeräte in unserem Alltag die gemeinschaftsbildende Kraft des Alltagsgesprächs unterhöhle, sondern dass die Unmittelbar-wechselseitige Face-to-Face-Kommunikation in Form von beiläufigen alltäglichen Gesprächen auch heute noch eine tragende Bedeutung für den Zusammenhalt moderner Gesellschaften hat und zwar trotz einer prima facie gegebenen Dominanz neuer und neuester Kommunikationstechnologien.

  • Vorgehensweise

    Mit ethnographischen Methoden (Beobachtung, Gesprächsaufzeichnung, Dokumentenanalyse) erhobene Daten von Alltagskommunikationen im öffentlichen Raum werden nach den Vorgaben der Methode der ethnomethodologischen Konversationsanalyse und der wissenssoziologischen Gattungsanalyse ausgewertet und analysiert. Das methodisch Besondere ist, dass die Untersuchung nicht in künstlichen, extra für die Untersuchung geschaffenen Räumen stattfindet, sondern in unserem tatsächlichen Alltag. Nur eine Untersuchung im natürlichen Handlungskontext verspricht Aufschluss über die Praktiken des Gebrauchs des Smartphones und seine Funktion im Hinblick auf das alltägliche Gespräch.

  • Ergebnisse:
    Die Einbettung der Medien in den kommunikativen Haushalt ist Alltag!

    Medientechnologien und Medieninhalte (betrifft die 'klassischen Massemedien' und neue Netzmedien) erfüllen vor allem die Funktionen von Gesprächsförderern. Sie werden als Gesprächsressourcen genutzt und das soziale Geschehen wird belebt, Prozesse der Vergemeinschaftung werde eher gefördert als blockiert.

    Die besonderen Eigenschaften des jeweiligen Mediums werden stets im Hinblick auf den Stellenwert der 'gelieferten Informationen' mitbedacht und explizit oder implizit berücksichtigt.

    Es existiert ein sozial geteiltes Routine-Wissen darüber, wie Medienharware und -themen in Alltagsgesprächen so eingebettet werden können, dass ihre Integration nicht zu einem kommunikativen Problem führt. Es gibt eine Art 'Etikette' Bewusstein, 'was sich gehört und was nicht'.
  • Publikation zum Thema:
    Keppler, A. (in Druck). Alltag als kommunikative Praxis. In L. Jäger, W. Holly, P. Krapp, & S. Weber (Hg.), Sprache – Kultur – Kommunikation / Language – Culture – Communication: Ein internationales Handbuch zu Linguistik als Kulturwissenschaft / An International Handbook of Linguistics as Cultural Study. Berlin, New York: De Gruyter.

    Keppler, A. (in Druck). Medien als Teil der Lebenswelt und des Alltagshandelns. In D. Hoffmann, & R. Winter (Hg.), Handbuch Mediensoziologie. Baden-Baden: Nomos.

    Keppler, A. (2016). Ein Ende der Gesprächskultur? Über eine vermeintliche Folge der digitalen Medien. tv diskurs 75 (1), 28–32.

    Keppler, A. (2015). Verarmung oder Bereicherung? Zur Rolle von Smartphones in alltäglichen Gesprächen. KM Kultur und Management im Dialog, 104, 4–7.

    Keppler, Angela (2013). Reichweiten alltäglicher Gespräche. Über den kommunikativen Gebrauch alter und neuer Medien. In A. Bellebaum, & R. Hettlage (Hg.), Unser Alltag ist voll von Gesellschaft. Sozialwissenschaftliche Beiträge. Wiesbaden: Springer VS Verlag, S. 85-104. 

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