MKWler on Tour


Wo – und vor allem wie – verbringen unsere MKWler ihre Auslandssemester? Hier erstatten sie in Wort und Bild Bericht und teilen mit Euch Interessantes und Komisches aus ihren Gastländern. Seht selbst!

Die Rubrik "MKWler on Tour" wird produziert von der MKW-Social-Media-Redaktion. Bist Du auch im Ausland und möchtest der MKW-Community Bericht erstatten? Melde Dich einfach unter MKW-SocialMedia@mailman.uni-mannheim.de!

MKWlerin Katharina Jakobi in Bergen, Norwegen (HWS 2011)

Bergen 1

"Bergen war eigentlich keine meiner drei Prioritäten. Ich wollte auf jeden Fall nach Skandinavien, da ich dort noch nie war, und habe mich somit für Schweden, Finnland und Norwegen (Oslo) beworben. Am Ende wurde es dann jedoch Bergen und ich bin wirklich froh, dass ich nun in dieser schönen, überschaubaren Stadt leben und studieren darf, die einem einen wirklichen Eindruck von Norwegen verschafft!

"Hier im Wohnheim wird wirklich alles geboten"

Bergen 3Ich lebe hier im Studentenwohnheim Fantoft, in dem fast alle Exchange Students ihr neues Zuhause gefunden haben und fühle mich trotz des ersten Eindrucks eines hässlichen Plattenbaus sehr wohl. Ich wohne mit fünf anderen Studenten – teils Austauschstudenten, teils Norweger – auf einem Flur und teile mir mit ihnen die Küche. Jeder hat sein eigenes Reich mit Bad, was man eigentlich gar nicht erwartet hätte, aber natürlich einen großen Komfort bedeutet. Hier im Wohnheim wird wirklich alles geboten, von Film- und Quizabenden unter der Woche bis hin zu Partys am Freitag und Livemusik am Sonntag. Also langweilig wird es hier sicher keinem, und es bestehen so viele Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen, dass man sich über sein soziales Umfeld keine Sorgen machen braucht. Das kommt schon alles von alleine, wenn man nur offen ist und sich an solchen Abenden mal blicken lässt!

Die Universität hier in Bergen ist aufgeteilt in ihre verschiedenen Fakultäten, aber da Bergen nicht allzu groß ist, kann man alles gut zu Fuß erreichen. MKW zählt hier zur sozialwissenschaftlichen Fakultät und liegt nahe beim Student Center, in dem sich die Cafeteria und auch das Schwimmbad befindet. Apropos Sport – hier ist wirklich einiges geboten! Ich zahle 100 Euro für das gesamte Semester, um alle Sporthallen, Fitnessstudios und eben das Schwimmbad von der Studentenorganisation benutzen zu dürfen, und die Ausstattung ist hier wirklich super, also es lohnt sich. Und da es im Herbstsemester nun merklich dunkler wird, ist Sport eine gute Alternative zum ständigen Schlafen und Chillen!

"Die Professoren sind alle noch sehr jung, man darf – oder muss – sie mit dem Vornamen ansprechen"

Nun zurück zum Uni-Leben: Ich habe hier einiges zu tun für die Uni. Da es in diesem Semester keine Bachelor-Kurse gibt, belege ich zwei Hauptseminare auf Master-Niveau – und wie Ihr alle wisst, hat man Unmengen an Texten zu lesen. Zudem schreibt man hier die Hausarbeiten schon während des Semesters und muss ein Paper über 15 Seiten innerhalb einer Woche schreiben und abgeben. Aber die Kurse sind wirklich interessant, ich belege "Controversial Images" und "Democratic Culture". Die Professoren sind alle noch sehr jung, man darf – oder muss – sie mit dem Vornamen ansprechen, und es herrscht wirklich eine kumpelhafte Beziehung zwischen Student und Professor. Um seine Examen zu besprechen, bekommt man einen Supervisor zur Seite gestellt, der in meinem Fall gut strukturiert, sehr interessiert und hilfsbereit ist. Also auch im Bereich des Studiums braucht man sich keine Sorgen zu machen, irgendwie alleine da zu stehen. Man hat immer die Möglichkeit, nachzufragen, und die Professoren sind wirklich gut zu verstehen mit ihrem Englisch.

Bergen 4Nun kommt es zum schönsten Part, nämlich dem Reisen in Norwegen. Mein erster Trip über Bergen hinaus ging zu dem bekannten Stein Kjerag und der Plattform Preikestolen in der Nähe von Stavanger, südlich von Bergen. Es war ein hartes Wochenende, aber es hat sich wirklich jeder Schritt und jeder Fels, den man hochgeklettert ist, gelohnt! Die Aussicht von da oben über die Fjorde ist einfach gigantisch und man bekommt einen Eindruck, wie Norwegen zu großen Teilen aussieht! Mein zweiter Trip ging nach Oslo, um natürlich auch die Hauptstadt Norwegens kennenzulernen. Auch das hat sich gelohnt, der Hafen mit seiner modernen Architektur ist einen Spaziergang wert, das Studentenviertel ist von coolen Pubs und Restaurants gesäumt und die Skisprungschanze Holmenkollen und das Nobel-Prize-Museum sind auch nicht zu vergessen. Mein letzter Ausflug ging an den Fjord zum Angeln. Ich kann nur sagen, auch wenn man selbst keinen Fisch fängt, es macht wirklich Spaß und ist ein sehr chilliger Zeitvertreib! Also wie ihr seht, man hat hier einiges zu entdecken. Bergen heißt nicht umsonst Bergen, hier gibt es jede Menge Berge zu erklimmen, von denen man einen wunderschönen Ausblick auf den Hafen, das Meer und die Fjorde hat.

"Ich hätte nie gedacht, dass es irgendwo auf der Welt so teuer sein kann"

Bergen 2Was ich bisher ganz außer Acht gelassen habe sind die Preise hier in Norwegen. Ich hätte nie gedacht, dass es irgendwo auf dieser Erde so teuer sein kann und ein Bier tatsächlich zwischen 6 und 8 Euro kostet. Aber man muss auch dazu sagen, nach Tagen oder auch Wochen der Verzweiflung arrangiert man sich damit. Es gibt ja noch das traditionelle Selbstbrauen von Bier und Ansetzen von Wein und zudem gibt es auch immer wieder Studentenangebote, bei denen sich das Bier dann an die normalen Preise von 4 Euro annähert.

Ich kann Euch zum Ende die Stadt Bergen und das Land Norwegen nur empfehlen, es ist einfach mal anders als Deutschland oder der Süden Europas und trotzdem nicht ganz so verschieden von unserer Kultur. Ich werde auf jeden Fall noch mal hier in den hohen Norden reisen, um die tausend anderen Berge und Aussichten genießen zu können. Noch ein Tipp von mir: Wanderschuhe, Regenbekleidung und Gummistiefel sind ein absolutes Muss!"

Katharina Jakobi studiert im 5. Semester im Bachelor-Programm MKW.