Neues aus der MKW






Die Revolution findet trotzdem statt: Das Kino von Pier Paolo Pasolini. Film and Lecture, Kino im deutschen Filmmuseum Frankfurt a.M., Oktober 2014 bis Juli 2015

In nur vierzehn Jahren, zwischen 1961 und 1975, dem Jahr seines gewaltsamen Todes im Alter von nur 53 Jahren, schuf der Dichter, Romancier und Regisseur Pier Paolo Pasolini zweiundzwanzig Filme, die fast ausnahmslos zu den Schlüsselwerken des Weltkinos zählen. Höchstens noch Fassbinder hat in der Filmgeschichte eine vergleichbare künstlerische Eruption produziert, und mehr noch als bei diesem ist jeder Film Pasolinis eine Herausforderung der gesellschaftlichen Ordnung und meist auch Anlass für einen Skandal. Von seinem Erstling ACCATONE, einem schonungslosen Lebensbericht über die Armen der Vorstädte Roms, über seine Version der Passionsgeschichte, IL VANGELO SECONDO MATTEO, bis hin zu seinem letzten Film SALÒ, der de Sades „Die einhundertzwanzig Tage von Sodom“ auf die letzten Stunden des faschistischen Regimes in Italien adaptiert, werfen Pasolinis Filme auf immer wieder neue Weise die Frage nach dem Zusammenhang von Sexualität, Spiritualität und Macht auf und machen das Kino zum Ort einer Entgrenzung der Sinne und einer luziden Erkundung der Abgründe und Alternativen der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Die revolutionäre Energie, mit der Pasolini sein Unbehagen an der italienischen und europäischen Nachkriegskultur formulierte, hat von ihrer Ansteckungskraft bis heute nichts verloren.

Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 20:15 im Kino im deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt

http://www.pier-paolo-pasolini.de

Eine Veranstaltungsreihe der Goethe-Universität (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft; Institut für Kunstgeschichte; Institut für romanische Sprachen und Literaturen) und des Kinos im deutschen Filmmuseum im Rahmen der hFMA und in Kooperation mit der b3 – Biennale des Bewegtbildes

(29.10.2014)

 

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