Neues aus der MKW


M&K

 

M&K-Sonderband 'Grenzüberschreitende Medienkommuni-kation' erschienen – Hartmut Wessler Mitherausgeber

Herausgegeben von MKW-Professor Hartmut Wessler und seiner Kollegin Stefanie Averbeck-Lietz (Universität Bremen) ist kürzlich eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft erschienen. Der Band zum Thema 'Grenzüberschreitende Medienkommunikation' versammelt transnationale und transkulturelle Ansätze zu Medienstrukturen und -strategien, Medienproduktion und -inhalte, Mediennutzung und -wirkung sowie Theoriebildung. Er enthält u.a. einen einleitenden Beitrag der beiden Gastherausgeber zu den theoretischen und empirischen Zugangsweisen des Forschungsfelds sowie eine Studie der MKW-Mitglieder Manuel Adolphsen und Julia Lück (beide tätig am Lehrstuhl Wessler) über die Produktionsstrukturen hinter den Kulissen der Weltklimagipfel der Vereinten Nationen.

Der einleitende Beitrag der Gastherausgeber zeichnet die Konsolidierung des Forschungsfeldes der grenzüberschreitenden Medienkommunikation im deutschsprachigen Raum nach. Hartmut Wessler und Stefanie Averbeck-Lietz unterscheiden vier zentrale Zugangsweisen zum Thema: (a) die Erweiterung des Ländervergleichs um intersystemische Einflüsse, (b) die endogene Theorieerweiterung, bei der kommunikations- und medienwissenschaftliche Konzepte wie 'Öffentlichkeit' oder 'Medienevent' auf grenzüberschreitende Phänomene übertragen und dabei inhaltlich verändert werden, (c) der Theorieimport, insbesondere aus der Soziologie und den Kulturwissenschaften, einschließlich einer Übernahme der Kritik am 'methodologischen Nationalismus' sowie (d) das Hineinwirken von Regionalexpertise, etwa über den arabischen Raum, in die Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Die empirische Studie von Manuel Adolphsen und Julia Lück widmet sich den informellen Netzwerken zwischen Journalisten und politischen PR-Verantwortlichen beim UN-Weltklimagipfel 2010 im mexikanischen Cancún. Mit Hilfe zahlreicher Leitfadeninterviews und Beobachtungen vor Ort stellen die beiden MKW-Mitglieder fest, dass das Medienbild des Gipfeltreffens durch außergewöhnliche Koproduktions-routinen beider Seiten geprägt wird. Es kommt zu intensiven Verflechtungen, einem konstanten informellen Austausch: PR-Verantwortliche – insbesondere von Mainstream-NGOs und NGO-Allianzen – liefern Journalisten bestimmte Prognosen und Bewertungen als Teil eines strategischen Erwartungsmanagements. Journalisten übernehmen diese Abschlussbewertungen mangels eigener Analysekapazitäten und im Rahmen von Koproduktionsroutinen. Die Grenzen zwischen Journalismus und PR verschwimmen in der Hektik des zeitlich und räumlich begrenzten Gipfelgeschehens.

Die Beiträge des Sonderbands wurden über das übliche blind-peer-review-Verfahren von Medien & Kommunikations- wissenschaft ausgewählt. Der Band kann über den untenstehenden Link bestellt werden.

link.jpg   Verlagsinformationen M&K-Sonderband

-ma (27.04.12)

 

Meldungsarchiv