Neues aus der MKW


 

Sechs Mal ausgezeichnet! Wissenschaftlicher Nachwuchs der MKW erhält Preise von DAAD und Stiftung KMW

Engagement, Selbstständigkeit, Offenheit und Spaß am wissenschaftlichen Denken sind wichtige Faktoren, die zu einer erfolgreichen wie spannenden Studienzeit beitragen. Auch in diesem Jahr werden die Leistungen ausgewählter MKW-Studierender wieder honoriert. Wir gratulieren Mihaela Davidkova, Charlotte Löb, Alena Sander, Carina Weinmann, Dr. Anja Peltzer und David Becker!

Den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen erhält in diesem Jahr die MKW-Master-Studierende Mihaela Davidkova, die ihr Abitur in Bulgarien absolvierte und erst 2005 für ihr Bachelor-Studium nach Deutschland kam. Das Fach MKW überzeugte sie, da dieses in Bulgarien nicht angeboten wird. Sie wurde aufgrund ihrer akademischen Leistungen und ihres Engagements für das Seminar für MKW für den mit 1.000 EUR dotierten Preis nominiert.

Der DAAD-Preis, der seit mehr als zehn Jahren vergeben wird, soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen ein Gesicht zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Dadurch wird deutlich, dass jeder ausländische Studierende ein Stück Deutschland in seine Heimat mitnimmt und etwas von sich in Deutschland lässt – eine Bereicherung für beide Seiten! Die Studierenden, die über ihre jeweilige Gasthochschule einen solchen Preis erhalten haben, stehen für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus der ganzen Welt. Sie sind künftige Partner für Deutschland in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Ebenfalls vergeben wurden die Preise der Stiftung für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Mannheim für hervorragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch dieses Jahr konnten unter den universitätsweit eingereichten Anwärtern insbesondere wieder die Arbeiten der MKW-Studierenden überzeugen.

Charlotte Löb und Carina Weinmann untersuchten in ihrer methodisch hochwertigen BA-Arbeit medienvermittelte Deliberation zur Bundestagswahl 2009 in TV-Nachrichtensendungen. Sie interessierten sich dafür, inwieweit Bürger auf eine rational begründete Entscheidung bei der für das politische System Deutschlands folgenreichsten Wahl vorbereitet wurden. Untersucht wurden Diskursstruktur und -qualität anhand der Deliberativitätskriterien Inklusivität, Ausgewogenheit, Responsivität, Zivilität, Rechtfertigung und Widerlegung. Mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse der quotenstärksten Hauptnachrichtensendungen in der "heißen Phase" vor der Wahl stellten die beiden MKW-Studentinnen fest, dass deliberative Kriterien in Ansätzen erfüllt, jedoch anscheinend durch strukturelle Bedingungen massenmedialer Kommunikation überlagert worden sind. Mit den Erkenntnissen ihrer Arbeit eröffnen die beiden Perspektiven für bislang vernachlässigte Dimensionen und Gegenstände empirischer Forschung zur medienvermittelten Deliberation. Die Arbeit entstand am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hartmut Wessler.

Alena Sander hat mit "'Afrikas Schätze': Zum Afrikabild in einer Dokumentarsendereihe des ZDF" eine ebenso engagierte wie gut durchdachte BA-Arbeit verfasst, die durch die gelungene Verknüpfung von theoretischem Ansatz und methodischem Vorgehen überzeugt. Sander stellte fest, dass gerade im Kontext der Fußball-WM 2010 Dokumentationen über den schwarzen Kontinent einen vielgesendeten Bestandteil des alltäglichen Fernsehprogramms bildeten. In diesem Zusammenhang interessiert sie sich für die Frage, welches Afrikabild in den Dokumentationen vermittelt wird. Mittels einer Gattungsanalyse kommt die MKW-Absolventin zu dem Ergebnis, dass die Dokumentation "Afrikas Schätze" den Kontinent in seiner Vielseitigkeit und Heterogenität darstelle. Allerdings stehe außer Frage, so relativiert Sander ihr positives Resümee, dass auch "Afrikas Schätze" den Kontinent mit westlichen Maßstäben messe. Fernsehen fungiere als kulturelles Forum einer globalisierten Gegenwart allerdings erst dann, so schließt sie kritisch, wenn es sich auch für die Selbstbeschreibung 'anderer' Kulturen öffne. Die Arbeit wurde von MKW-Professorin Angela Keppler betreut.

Ausgezeichnet wird dieses Jahr zudem die Dissertation "Identität und Spektakel: Der Hollywood-Blockbuster als global erfolgreicher Identitätsanbieter" von Dr. Anja Peltzer. Anhand von sechs zeitgenössischen Blockbustern "gelingt es Peltzer vielmehr, auf differenzierte, plausible und über weite Strecken auch äußerst lesbare Weise, einen umfassenden Eindruck davon zu vermitteln, wie in Hollywoods Spitzenproduktionen Selbstentwürfe und Identitätsprobleme verhandelt werden" (schnitt, 2011). Das Kino interessiert in dieser Arbeit vor allem als Ausdruck und als Stabilisator einer gesellschaftlich etablierten Ordnung und Kultur. So ist Filmanalyse immer auch als Gesellschaftsanalyse zu verstehen: Das populäre Kino bietet mit seinen Geschichten und Figuren Weltentwürfe an, die durch ihre Omnipräsenz die Palette der modi operandi westlicher Gegenwartsgesellschaften entscheidend mitgestalten. Blockbuster bieten nicht nur fulminante Spektakel, sondern sie beliefern den Zeichenhaushalt transnationaler öffentlicher Räume mit ihrem Verständnis von moralischen Positionen, politischen Handlungsmustern und von personeller Identität. Peltzer ging in ihrer Arbeit folgenden Fragen nach: Welche Identitätsangebote macht das global erfolgreiche Kino? Wie können sie weltweit funktionieren? Verweisen die Identitätsangebote auf global kompatible Vorstellungsmuster von Identität? Und unterhalten die Filme in Form einer global kompatiblen Idiomatik? Die Dissertation wurde von MKW-Professorin Angela Keppler betreut.

"'They did it on their own' – Die Umgangsweisen mit szeneimmanenten DVDs in der Metalcore-Szene" lautete der Titel der überzeugenden Abschlussarbeit von David Becker, in welcher er szenetypischen Vergemeinschaftungsformen nachgeht. Im Fokus stehen dabei DVDs, die aus der Metalcore-Szene selbst stammen: Filme über Bands, Konzerte, Festivals. Becker geht der Frage nach, wie und mit welchen sozialen Konsequenzen für die Identität der Szene diese Filme angeeignet werden. Mit seiner methodisch ambitioniert angelegten ethnografischen Studie, die Daten mittels verschiedener Verfahren erhebt und analytisch zusammenführt, gewinnt er interessante Ergebnisse: Die DVDs sind Orientierungsfunktion und Handlungsanleitung für die Szene zugleich. Sie werden gemeinschaftlich rezipiert und erfüllen eine zentrale, die Szene verbindende und damit integrierende Funktion; für die Musiker selbst haben sie in hohem Maße eine Vorbildfunktion. Die Arbeit wurde von MKW-Professorin Angela Keppler betreut und ist bei ON SCREEN erschienen.

-ap; Grafik: (cc) Flickr, www.lumaxart.com

 

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