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DFG fördert Forschungsprojekt "Mediatisierte Gespräche: Alltagskommunikation heute" von Prof. Dr. Angela Keppler

Ausgangspunkt des Projekts ist die These, dass dem beiläufigen alltäglichen Gespräch auch und gerade im Zeichen der neuen und neuesten Kommunikationstechnologien eine tragende Bedeutung für den Zusammenhalt moderner Gesellschaften zukommt. Diese These soll durch eine Untersuchung der Form und Funktion alltäglicher Konversationen unter den besonderen medialen Bedingungen der Gegenwart begründet werden. Das übergreifende Ziel des Forschungsvorhabens ist eine empirische und theoretische Bestandsaufnahme des gegenwärtigen unmittelbar-wechselseitigen kommunikativen Verhaltens in alltäglichen Kontexten, unter besonderer Berücksichtigung des Bezugs auf Medieninhalte sowie des Gebrauchs unterschiedlicher technischer Kommunikationsmedien innerhalb dieser sozialen Interaktionen. Das Projekt sieht vor, kontinuierlich an der Nahtstelle des Ineinandergreifens von unmittelbar-wechselseitiger, durch Medien beeinflusster sowie auf Medien bezogener mündlicher Kommunikation zu arbeiten. Die methodisch wie sachlich leitende Grundannahme lautet dabei, dass es auch unter den aktuellen Bedingungen zumal die beiläufigen alltäglichen Unterhaltungen sind, in denen die Bestände des kognitiven Haushalts einer Kultur und Gesellschaft generiert, reproduziert und umgestaltet werden.

Für ein fruchtbares Zusammenspiel von Theorie und Empirie wird dabei das Prinzip eines "Reflexionsgleichgewichts" (John Rawls) maßgeblich sein. Die theoretischen Befunde werden einer hartnäckigen empirischen Überprüfung ausgesetzt; der empirische Zugriff erfolgt im Licht der "Theorie kommunikativer Gattungen" (Thomas Luckmann), die ein komplexes Vorverständnis der Prozeduren interpersonaler Gespräche bereitstellt. Die zentralen Untersuchungsdimension bilden beiläufige Gespräche im Alltag, wie sie sich im vertrauten Kreis von Freunden und Bekannten abspielen, aber vor allem auch bei informellen Begegnungen von miteinander mehr oder weniger bekannten, aber auch von einander bis dahin völlig fremden Personen ergeben. Diese Gespräche sollen in natürlichen öffentlichen und privaten Situationen aufgezeichnet, sowie in Form von Beobachtungs- und Gedächtnisprotokollen ethnografisch erfasst werden. Als eine qualitativ angelegte, wissenssoziologische Untersuchung basiert das Forschungsvorhaben in seinem empirischen Vorgehen auf einer Kombination einander ergänzender Methoden. Grundlegend sind die Methoden der Konversations- und der Gattungsanalyse sowie zusätzlich auch ethnographische Verfahren der teilnehmenden Beobachtung.

Im Rahmen des Projekts sind verschiedene Stellen ausgeschrieben, nähere Informationen dazu finden Sie bei den Stellenausschreibungen der MKW.

-ap (22.05.12); Foto: dpa Picture-Alliance/Lehtikuva

 

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