Neues aus der MKW



 

Die Inszenierung von Wissenschaftlichkeit in der  Werbung: MKW-Forscher präsentieren bei ECREA-Tagung

MKW-Professor Matthias Kohring und seine Mitarbeiterin Alice Ruddigkeit nahmen am Freitag, den 18.11., mit einem Vortrag an der Tagung "Visualising Science and Environment" in Brighton (Großbritannien) teil. Auf dieser interdisziplinären Tagung der European Communication Research and Education Association (ECREA) tauschten sich Wissenschaftler aus Sozial-, Geistes-, Kunst- und Naturwissenschaften gemeinsam mit Künstlern und Umweltaktivisten über die Frage aus, wie sich Themen und Anliegen aus Wissenschaft und Umweltschutz einer breiten Öffentlichkeit auf der visuellen Ebene vermitteln lassen.

Alice Ruddigkeit und Matthias Kohring präsentierten auf der Tagung ihre Überlegungen dazu, wie das gesellschaftiche Vertrauen in Wissenschaft von nicht-wissenschaftlichen Kommunikatoren "geliehen" werden kann, um die eigene Vertrauenswürdigkeit zu stärken. Ihr Vortrag illustrierte dies am Beispiel von Werbeanzeigen in Publikumszeitschriften: Werbung, die visuelle Attribute der Wissenschaft nutzt, kann dabei sowohl sehr wortwörtlich umgesetzt werden und Akteure und Räume der Forschung darstellen, aber auch weniger offensichtlich wissenschaftliche Seriosität vermitteln, indem etwa mathematisch oder chemisch anmutende Zeichen in Produktnamen oder Layout eingearbeitet werden.

Matthias Kohring erläuterte die Funktion dieses Vorgehens durch das "Hoffnungsmodell des Vertrauens in Hersteller durch Vertrauen in Wissenschaft". Alice Ruddigkeit stellte die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse von knapp eintausend Werbeanzeigen aus Brigitte, ADAC Motorwelt und SPIEGEL vor. In der Studie konnten vier unterschiedliche visuelle Strategien der Wissenschaftlichkeitsinszenierung in Werbeanzeigen ermittelt werden und ihre Funktionalität mit den Tagungsteilnehmern diskutiert werden.

-ar; Grafik: Vichy/HORIZONT.NET

 

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