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MKW-Mitarbeiter Nils S. Borchers hält Gastvortrag in Vilnius (Litauen) zu kollektiver Erinnerung durch Medien

Der Gastvortrag, den Nils S. Borchers am 28. April in Vilnius (Litauen) hielt, trägt den Titel "Media and collective memory. Russian media’s version of events in the Baltic States". Der Vortrag findet statt im Rahmen des Seminar "Politics of Memory: Central and Eastern Europe in Comparative Perspective" am Institute of International Relations and Political Science der Vilnius University.

In seinem Vortrag ging Nils S. Borchers auf die Rolle der Medien im Prozess der Konstruktion von kollektiven Gedächtnissen ein. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Konkurrenz divergierender Geschichtsinterpretationen unterschiedlicher Erinnerungsgemeinschaften in einem transnationalen Erinnerungsraum. Dazu stellte er das Beispiel der Beziehungen zwischen Russland und den drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen dar.

Während Russland die Vertreibung Nazi-Deutschlands als Befreiung der drei Staaten durch die Rote Armee betrachtet, stellt dieses Ereignis für die Balten den Beginn einer weiteren Besatzung dar. Seit Wiedererlangung ihrer Unabhängigkeiten im Jahr 1991 haben die baltischen Staaten daher versucht zu erreichen, dass ihr Verständnis der "Befreiung" als neuer Okkupation auch auf internationaler Ebene Anerkennung findet. Dieses Bestreben hat wiederholt zu diplomatischen Spannungen mit Russland geführt, denn Russland sieht es als Versuch der Verfälschung der Geschichte und der Abwertung der sowjetischen Rolle bei der Befreiung Europas von Nazi-Deutschland an.

-nsb; Grafik: Wikipedia

 

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