Neues aus der MKW


 

Vortrag und Exkursion: Starke Mannheimer Präsenz bei Framing-Tagung an der Universität Münster

Unter der Überschrift "Framing als politischer Prozess" fand vom 10. bis 12. Februar 2011 in Münster die gemeinsame Jahrestagung des Arbeitskreises "Politik und Kommunikation" der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) und der Fachgruppe "Kommunikation und Politik" der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) statt. Das Mannheimer Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft war dabei doppelt vertreten:

Zum einen stellten mehrere Angehörige der Mannheimer MKW aktuelle Forschungsergebnisse vor. MKW-Professor Matthias Kohring präsentierte mit Matthias Potthoff von der Universität Hamburg ein methodisches Paper zur Berücksichtigung von Kohärenz und Salienz in der empirischen Analyse textueller Frames. MKW-Mitarbeiter Eike Rinke, die beiden MKW-Master-Studentinnen Charlotte Löb und Carina Weinmann sowie MKW-Professor Hartmut Wessler präsentierten ein Paper, das für eine stärkere Auseinandersetzung mit der demokratischen Bedeutung von journalistischen Medien-Frames plädiert. Sie argumentieren darin, dass typische Muster journalistischer Berichterstattung (sog. "generische Frames") in Beziehung gesetzt werden sollten mit Theorien darüber, was "gute" Demokratie ausmacht. Zwei typische Berichterstattungsmuster nahmen sich die Autoren dann zu einer solchen Analyse vor: das so genannte Horse-Race-Framing, bei dem Politik als strategischer Wettbewerb von Parteien und Politikern um Macht und Wählerzustimmung dargestellt wird, und das so genannte Contest/Contention-Framing, bei dem Politik als inhaltlicher Wettbewerb zwischen konkurrierenden politischen Ideen inszeniert wird. Durch ihre Analyse zeigten sie, dass Horse-Race-Framing unter bestimmten Gesichtspunkten ganz klar schädlich für die Demokratie sein kann und das eine Darstellung von Politik durch Contest-/Contention-Framing als zwiespältig zu beurteilen ist, aber die demokratische Öffentlichkeit in mancher Hinsicht positiv prägen kann. Verdeutlicht wurde diese Diagnose in einer umfassenden Untersuchung der Fernsehberichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2009.

Zum anderen besuchten die Studierenden des Master-Seminars "Framing im internationalen Vergleich" (HWS 2010) von Prof. Dr. Kohring im Rahmen einer Exkursion die Tagung. So konnten die im Seminar behandelten Framing-Ansätze mit neuesten Forschungserkenntnissen angereichert werden. Innerhalb eines Zeitraums von weniger als einem Jahr war dies bereits die vierte Exkursion in einer MKW-Veranstaltung. Frühere Exkursionen führten zu den UN-Klimaverhandlungen in Bonn, in die Redaktion des "heute-journal" im Mainzer ZDF-Sendezentrum sowie ins Berliner Studio von ARD-Talkerin Anne Will.

-cw/ma; Foto: Universität Münster

 

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